Kaminberechnung nach EN 13384

Eine Kaminberechnung bzw. Rauchfangberechnung ist ein essenzieller Schritt, um die Funktionssicherheit Ihrer Abgasanlage zu gewährleisten. Sie hilft, bereits in der Planungsphase die richtigen Entscheidungen zu treffen und schützt vor bösen Überraschungen im Betrieb.

Moderne Heiztechnologien und strengere Vorgaben machen eine sorgfältige Auslegung nach EN 13384 heute unerlässlich – doch mit professioneller Hilfe ist dies routiniert umsetzbar. Sie als Hausbesitzer profitieren langfristig von einem optimal abgestimmten Rauchfang: Keine Zugprobleme, keine Versottungsschäden und ein effizient arbeitendes Heizsystem. Zögern Sie also nicht, bei neuen Projekten oder Problemen Ihren Rauchfangkehrermeister – etwa die Experten der Kaminwerkstatt – zu Rate zu ziehen. Mit Fachwissen und der richtigen Software sorgen diese dafür, dass Ihr Rauchfang den Anforderungen entspricht und Ihr Zuhause sicher und warm bleibt.

Eine fachgerechte Kaminberechnung ist die Grundlage für einen sicheren und effizienten Betrieb jeder Feuerstätte. In diesem Artikel erfahren Sie, warum diese Berechnung so wichtig ist und wie sie in der Praxis abläuft – und wie Sie als Hausbesitzer Probleme wie Versottung oder Rauchgasrückstau vermeiden können.

Kaminberechnung – Warum sie wichtig ist und wie sie funktioniert

Probleme mit dem Rauchfang wie unzureichender Zug, Rauchgasrückstau oder sogar Austritt, Ausfall von Heizungsanlagen können für Hausbesitzer gefährlich und ärgerlich sein. Eine fachgerechte Kaminberechnung (auch Strömungsberechnung genannt) schafft Klarheit , indem sie die Heizungsanlage exakt Nachstellt und Aufschluss auf etwaige Planung oder Montagefehler gibt und in weiterer Folge optimal dimensioniert werden kann und somit ein sicheren Abgasabzug der Abgase gewährleistet ist.

Besonders bei Heizungsmodernisierungen, Rauchfangsanierungen oder der Neuerrichtung einer Abgasanlage ist diese Berechnung von großer Bedeutung. Sie basiert auf anerkannten Normen und physikalischen Grundlagen und wird üblicherweise von einem Rauchfangkehrermeister oder spezialisierten Fachbetrieb durchgeführt. Im Folgenden erfahren Sie, wann eine Berechnung nötig ist, wie sie abläuft und welche Parameter dabei eine Rolle spielen.

Ursachen und Anlässe für eine Kaminberechnung

Es gibt verschiedene Anlässe, die eine Rauchfangberechnung erforderlich machen können. Heizungsmodernisierungen sind ein häufiger Grund: Wenn Sie z. B. einen alten Heizkessel durch ein modernes Gerät ersetzen (etwa einen Niedrigtemperatur- oder Brennwertkessel), muss geprüft werden, ob der bestehende Rauchfang noch geeignet ist. Neue, effizientere Heizgeräte haben niedrigere Abgastemperaturen, wodurch ein ehemals ausreichend dimensionierter Kamin plötzlich den Anforderungen der neuen Heizungsanlage nicht mehr entspricht . In solchen Fällen ermittelt eine Berechnung, wie viel Förderdruck (Zug) bei der gegebenen Abgastemperatur und dem vorhandenen Querschnitt noch erreicht wird – so lässt sich beurteilen, ob der bestehende Rauchfang funktioniert oder z. B. innen mit einem Rohr verkleinert werden muss .

Auch bei einer Rauchfangsanierung (z. B. Einziehen eines Edelstahlrohres) oder der Neuerrichtung eines Rauchfangs im Zuge eines Hausbaus ist eine Berechnung notwendig. Sie stellt sicher, dass der geplante Querschnitt und die Höhe zum gewählten Heizsystem passen. Ebenso wird bei der Anbindung zusätzlicher Feuerstätten (z. B. wenn Sie einen zweiten Ofen an einen bestehenden Rauchfang anschließen möchten) eine Überprüfung nach Norm nötig – hier kommt ggf. eine erweiterte Berechnung nach EN 13384-2 ins Spiel, da mehrere Geräte an einem Zug spezielle Anforderungen stellen.

Nicht zuletzt können Probleme im Betrieb Anlass zur Berechnung geben. Wenn Ihr Rauchfang Zugprobleme hat, also etwa der Ofen schlecht brennt, Rauch in den Raum drückt oder es zu Kondenswasserbildung kommt, sollte die Anlage rechnerisch überprüft werden. Auch der Rauchfangkehrermeister fordert einen Funktionsnachweis in Form einer Berechnung, bevor er eine neue Feuerstätte genehmigt. Tatsächlich kann der Rauchfangkehrer vor der Abnahme einer Feuerstätte eine solche Berechnung verlangen und im schlimmsten Fall die Inbetriebnahme untersagen, falls Bedenken bestehen, dass der Rauchfang nicht richtig dimensioniert ist . Kurzum: Immer wenn sich am Heizsystem oder Rauchfang etwas ändert – sei es durch Modernisierung, Sanierung oder Neubau – oder wenn der Rauchfang nicht einwandfrei funktioniert, ist eine Kaminberechnung notwendig.

 

Ziel und Funktionsweise der Kaminberechnung

 
Kaminberechnungs-Skizze nach EN 13384

Kaminberechnungs-Skizze nach EN 13384

Ziel: die sichere und effiziente Ableitung der Rauchgase zu gewährleisten. Im Kern soll ermittelt werden, welche Rauchfangdimension (Querschnitt und Höhe) benötigt wird, damit die Abgase einer Feuerstätte gefahrlos ins Freie abgeleitet werden und der Ofen oder Heizkessel unter optimalen Bedingungen arbeitet.

Was geprüft wird:

  • Druck: Zum einen muss ein ausreichender Unterdruck oder Überdruck, auch Förderdruck genannt, im Rauchfang vorhanden sein, um die Abgase gefahrlos ins Freie zu leiten.
  • Temperatur: Zum anderen müssen die Abgase eine gewisse Mindesttemperatur behalten, damit sie im Abgasweg nicht zu stark abkühlen und kondensieren.

Diese beiden Anforderungen stehen oft in einem Spannungsverhältnis: Ein Rauchfang muss einerseits eine Mindesthöhe haben, um genügend Auftrieb (Förderdruck) zu erzeugen, doch andererseits kühlen die Abgase mit zunehmender Länge ab, was Kondensation begünstigt. Vereinfacht gesagt funktioniert ein Rauchfang nach dem Kamineffekt: Warme Abgase sind leichter als die umgebende kühle Luft und steigen deshalb im Kamin nach oben. Dieser Auftrieb erzeugt einen Unterdruck im Rauchfang, der auch für die Verbrennungsluft Ansaugung erforderlich ist . Gleichzeitig wirken dem Auftrieb jedoch Strömungswiderstände entgegen – Reibung an den Wänden, Engstellen oder Umlenkungen bremsen den Abgasstrom. Die Kaminberechnung setzt genau hier an: Sie berechnet, ob die durch den Temperaturunterschied erzeugte Auftriebskraft ausreichend ist, um alle Widerstände zu überwinden und noch den vom Heizgerät benötigten Förderdruck bereitzustellen . Sollte der ermittelte tatsächliche Unterdruck geringer sein als der notwendige Unterdruck der Feuerstätte, wäre der Rauchfang in dieser Auslegung nicht funktionstüchtig . Dann muss z. B. der Querschnitt oder die wirksame Fanghöhe angepasst werden oder eine andere Maßnahme gewählt werden.

Neben dem Druckbedingungen überprüft die Berechnung auch die Temperatur: Sie stellt sicher, dass die Abgase nicht innerhalb des Schornsteins unter ihren Taupunkt abkühlen bzw. das richtige Kaminsystem angewendet wird. Unterschreiten die Abgase noch im Rauchfang den Taupunkt, schlagen Feuchtigkeit und aggressive Bestandteile aus dem Ruß sich an der Innenwand nieder – die Folge wäre eine Versottung (dazu später mehr) . Die Berechnung bringt einen Nachweis, dass an der Fangmündung noch ausreichend Abgastemperatur herrscht und mit keiner Kondensation im Fang zu rechnen ist. Ansonsten muss das Fangsystem feuchtigkeitsunempfindlich ausgeführt

werden. Zusammengefasst: Die Kaminberechnung (Strömungsberechnung) ist ein rechnerischer Nachweis, das anhand physikalischer Formeln prüft, ob ein geplanter Rauchfang unter definierten Bedingungen allen zu erwartenden Anforderungen und Betriebszuständen die Abgase sicher ableiten kann und keine Bauteile über ihre Grenzen hinaus beansprucht werden.

 

Wichtige Berechnungsparameter und physikalische Grundlagen

Für die Kaminberechnung werden viele Parameter berücksichtigt, um Strömung und Wärmeverhalten im Rauchfang realistisch abzubilden. Die wichtigsten Einflussgrößen lassen sich in drei Gruppen einteilen: Eigenschaften der Feuerstätte (z. B. Nennwärmeleistung, Abgastemperatur, Abgasmassenstrom, erforderlicher Förderdruck), Eigenschaften des Abgassystems (Querschnitt/Durchmesser, wirksame Höhe, Material, Verlauf, Bögen/Umlenkungen, Dämmung, Ausmündung über Dach, Zuluftführung) sowie Umweltbedingungen (z. B. geodätische Höhe). Die zugrunde liegenden Berechnungen erfolgen nach EN 13384 mit genormten Formeln, Reibungsbeiwerten und wärmetechnischen Kennwerten.

Als Ergebnis werden u. a. Auftrieb/Förderdruck, Druckverluste und daraus der verfügbare Zug an der Feuerstätte ermittelt. Zusätzlich werden die Temperaturbedingungen geprüft, insbesondere ob die Abgase bis zur Mündung ausreichend warm bleiben oder ob Taupunkt/Kondensation zu erwarten ist – dann muss das System feuchteunempfindlich ausgeführt bzw. durch Maßnahmen wie Dämmung oder angepassten Querschnitt optimiert werden. Insgesamt zeigt die Berechnung, ob der Rauchfang zur Feuerstätte passt oder Anpassungen nötig sind, damit Abgasanlage und Wärmeerzeuger sicher und effizient zusammenarbeiten.

 

Praktische Tipps für Hausbesitzer: Worauf Sie achten sollten

Zum Abschluss einige praktische Hinweise und eine kleine Checkliste für Sie als Hausbesitzer, um einen optimal funktionierenden Rauchfang sicherzustellen:

  • Frühzeitige Planung: Wenn Sie eine Heizungsmodernisierung oder den Einbau eines Kaminofens planen, beziehen Sie möglichst früh Ihren Rauchfangkehrermeister oder Fachbetrieb mit ein. Klären Sie, ob eine Kaminberechnung erforderlich ist, und lassen Sie diese vornehmen, bevor Umbau oder Einbau erfolgen. So können bauliche Anpassungen gleich berücksichtigt werden.
  • Bestehenden Rauchfang überprüfen: Fragen Sie bei einer neuen Feuerstätte immer, ob der bestehende Rauchfang geeignet ist. Unterschiedliche Heizsysteme stellen unterschiedliche Anforderungen – ein alter Ölzentralheizungsschornstein passt z.B. oft nicht für einen neuen Brennwertkessel ohne Anpassung. Lassen Sie im Zweifel durchrechnen, ob Querschnitt und Höhe stimmen.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Problemen: Gelb-braune Flecken oder harziger Geruch am Kamin deuten auf Versottung hin, Rußflocken vor der Kamintür auf starken Rußansatz. Auch häufiges Auslösen von CO-Meldern oder Rauch in Räumen sind Warnsignale. Zögern Sie nicht, bei solchen Anzeichen einen Fachmann zu kontaktieren. Eine Ursache kann ein falsches Zugverhältnis sein, das durch eine Berechnung und nachfolgende Sanierung (z.B. Innenrohr) behoben werden kann.
  • Vorschriften einhalten: Stellen Sie sicher, dass die Mündungshöhe Ihres Rauchfangs den Bauvorschriften entspricht. In Österreich gilt meist: mindestens 50 cm über First bei firstnaher Lage, sonst höher (je nach Dachneigung) – Ihr Rauchfangkehrer gibt Auskunft. Diese Höhen stellen sicher, dass der Rauch gut abzieht und kein Luftwirbel ihn zurückdrückt.
  • Mehrfachbelegung nur mit Freigabe: Wollen Sie mehrere Öfen oder Heizgeräte an einem Schornstein betreiben, holen Sie unbedingt fachlichen Rat. Die EN 13384-2 Berechnung zeigt, ob das zulässig ist. Ohne Überprüfung kann die gleichzeitige Nutzung mehrerer Feuerstätten sehr gefährlich sein. Im Zweifelsfall muss jede Feuerstätte einen eigenen Rauchfang haben.
  • Materialwahl beachten: Verwenden Sie bei Brennwertheizungen immer dafür zugelassene Abgassysteme (oft Kunststoffrohre im Kaminschacht). Diese sind feuchteresistent und stellen sicher, dass Kondenswasser aufgefangen oder abgeführt wird. Ein normaler gemauerter Kamin würde hier schnell versotten. Auch bei Festbrennstofföfen empfiehlt sich ein korrosionsbeständiges Innenrohr, wenn der Bestandsschacht nicht mehr der Norm genügt.
  • Regelmäßige Wartung: Eine Berechnung ersetzt nicht die regelmäßige Wartung. Lassen Sie den Rauchfang regelmäßig kehren und überprüfen. Ablagerungen oder Verstopfungen beeinflussen den Zug (schlechtes Zugverhältnis) und können selbst einen korrekt berechneten Kamin außer Funktion setzen. Der Rauchfangkehrer kann bei der Kehrung auch gleich beurteilen, ob die Anlage noch dem Berechnungsstand entspricht.
  • Dokumentation aufbewahren: Bewahren Sie das Ergebnis Ihrer Kaminberechnung und den Feuerstättenbescheid gut auf. Bei späteren Änderungen hat der Fachmann so Referenzwerte zur Hand. Zudem können Sie bei Immobilienverkauf oder Umbau nachweisen, dass Ihr Rauchfang normgerecht dimensioniert ist – ein Pluspunkt in Sachen Sicherheit.
   
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