Kaminverlängerung

Wenn der Kamin nicht richtig zieht, macht sich das schneller bemerkbar. Statt sich mit Notlösungen zu behelfen, gibt es eine gezielte Maßnahme: die Verlängerung des Kamins mit einem passenden Kaminverlängerungssystem. In diesem Artikel zeigen wir, woran man einen zu schwachen Kaminzug erkennt, welche Ursachen typischerweise dahinterstecken – und wie die Lösung mit einer Kaminverlängerung funktioniert.

Ursachen und Anzeichen eines zu schwachen Kaminzugs

Ein zu schwacher Kaminzug macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar. Typische Anzeichen sind zum Beispiel:
    • Rauch im Innenraum: Beim Anheizen oder Nachlegen dringt Rauch aus der Feuerstätte oder dem Verbindungsstück in den Wohnraum, anstatt vollständig durch den Rauchfang abgeleitet zu werden.
    • Schwieriges Anzünden: Das Feuer im Ofen zündet schlecht und geht womöglich immer wieder aus, weil nicht genug Zug vorhanden ist und nicht ausreichend Verbrennungsluft angesaugt werden kann.
    • Übermäßige Rußbildung: Unverbranntes Holz, stark verrußter Brennraum und eine rasch verrußende Glasscheibe (wenn vorhanden) weisen auf unvollständige Verbrennung hin. Dies ist ein Anzeichen von Zugproblemen, da zu wenig Verbrennungsluft angesaugt wird und die Verbrennung unvollständig bleibt.
    • Beißender Geruch: Ein unangenehmer Rauch- oder Rußgeruch in Wohnräumen kann darauf hindeuten, dass Abgase nicht richtig abziehen.
    • Langsame Flammen: Die Flammen im Ofen flackern nur schwach, es bildet sich Rauch, der nur langsam abzieht und damit auf fehlenden Unterdruck im Kamin hinweist.
 

Und was ist die Lösung für einen zu schwachen Kaminzug?

Ein schwacher Kaminzug kann verschiedene Ursachen haben: Häufig ist der Kamin schlichtweg zu niedrig, wodurch zu wenig Auftrieb entsteht. Auch ungünstige Dachlagen, störende Windeinflüsse, fehlende Frischluftzufuhr oder ein ungeeigneter Querschnitt beeinträchtigen das Zugverhalten. All diese Faktoren können dazu führen, dass der Rauch nicht zuverlässig abzieht und die Heizanlage ineffizient oder unsicher läuft. Die empfohlene Lösung ist in vielen Fällen eine Kaminverlängerung aus doppelwandigen Edelstahlrohren. Sie wird auf den bestehenden Kaminkopf aufgesetzt und erhöht die Ausmündung der Abgase. Die Folge: Die Rauchgase ziehen gleichmäßiger ab, der Zug verbessert sich durch eine höhere wirksame Fanghöhe merklich. Je nach baulicher Situation kommen meistens doppelwandige Verlängerungen zum Einsatz. Einwandige Elemente sind für Kaminerhöhungen ungeeignet, da sie nicht gedämmt sind und die Abgase in der Mündung stark abkühlen. Dies führt zu Kondensatbildung und Feuchtigkeitsschäden am gemauerten Kaminkopf. Doppelwandige Systeme mit innenliegender Dämmung verhindern diese Abkühlung der Abgase – besonders bei größeren Aufbauten oder kühlen Außentemperaturen. Außerdem können durch spezielle Bauteile größere Höhen erreicht werden und verschiedene Designs angeboten werden.      

So wird eine Kaminverlängerung fachgerecht geplant und umgesetzt

    1. Zustand erfassen und Ursachen klären: Zunächst wird der bestehende Kamin auf Höhe, Zugverhalten und baulichen Zustand überprüft. Dabei wird festgestellt, ob tatsächlich eine unzureichende Höhe das Zugproblem verursacht oder ob andere Faktoren mitwirken.
    2. Berechnung nach EN 13384 durchführen: Auf Basis technischer Parameter wie Querschnitt und geplanter Verlängerungshöhe erfolgt die Berechnung gemäß EN 13384, um sicherzustellen, dass eine Kaminverlängerung die richtige Maßnahme ist.
    3. Geeignete Verlängerung auswählen: Je nach bestehendem Kamin wird das passende System für die Erweiterung ermittelt, um die Übergänge und statischen Erfordernisse systemgerecht herzustellen.
    4. Stabile und sichere Befestigung herstellen: Die Verlängerung wird an dem bestehenden Kaminkopf angepasst und statisch verankert. Durch Aufbauhöhe und Kaminsystem wird entschieden, ob eine zusätzliche statische Maßnahme erforderlich wird.
    5. Abnahme durch den Rauchfangkehrer: Abschließend erfolgt eine Prüfung durch den zuständigen Rauchfangkehrer. Dabei wird kontrolliert, ob die Verlängerung normgerecht ausgeführt wurde. Erst nach positiver Abnahme darf der geänderte Kamin wieder betrieben werden.
 

Fazit

Wenn der Rauch nicht wie geplant abzieht, liegt die Ursache oft im Detail – oder besser gesagt: in der Höhe. Eine fachgerecht geplante Kaminverlängerung ist eine bewährte Maßnahme, um den Zug nachhaltig zu verbessern und die Funktion der Feuerstätte zu sichern. Sie lässt sich technisch genau berechnen, baulich sauber umsetzen und ohne großen Aufwand in bestehende Anlagen integrieren. Entscheidend ist, dass alle Schritte – von der Auswahl des passenden Verlängerungstyps bis zur Abnahme durch den Rauchfangkehrer – aufeinander abgestimmt erfolgen. So bleibt der Kamin nicht nur gesetzeskonform, sondern auch zuverlässig im Betrieb.
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